Valentinstagsgedichte 2014 – Auch zum Valentinstag 2014 gibt es wieder tolle Gedichte zum Vorlesen, Vortragen oder Schreiben in ihre Liebespost. Wir präsentieren Ihnen hier eine kleine Auswahl.

Der Valentinstag am 14.Februar 2014 ist der Tag, an dem Paare auf der ganzen Welt sich an ihre Liebe zueinander erinnern. Ob gerade frisch verguckt oder schon lange miteinander vertraut: Die Liebe allein ist es für alle liebenden Menschen wert, mit einem besonderen Gedenktag verehrt zu werden. Ursprünglich als kirchlicher Feiertag entstanden, hat sich dieser schöne Brauch bis in die heutige Zeit gehalten. Der heilige Valentin war ein Bischhof, der von der Zuneigung von zueinander zugetanen Paaren so berührt war, dass er sie trotz eines Verbots miteinander verheiratete und später zum Tode verurteilt wurde. Der Valentinstag ist somit das Vermächtnis des mutigen heiligen Valentins, das immer wieder aufs Neue am 14. Februar jährt.

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Tolle Gedichte zum Valentinstag 2014

Valentinstaggedicht : Ich bin so reich in deinem Angedenken

Ich bin so reich in deinem Angedenken

Ich bin so reich in deinem Angedenken,
Dass ich mich nimmer kann ganz einsam nennen,
Nur wenn ich ganz mich kann hinein versenken,
Vergess ich es, dass Tal und Flut uns trennen
Will mir die Welt die eitlen Freuden schenken,
Ich fliehe sie und mag sie nimmer kennen,
Welt, Himmel, Lenz und Liebe sind vereint,
Wo mir dein Bild, ein süsser Stern, erscheint.

Helmina von Chezy 1783 – 1856

Gedichte zum Valentinstag : Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau’ dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt’,
betend, dass Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.

Heinrich Heine 1797 – 1856

Gedichte zum Valentinstag : Schnauz und Miez

Schnauz und Miez

Ri-ra-rumpelstiez,
wo ist der Schnauz, Wo ist die Miez?
Der Schnauz, der liegt am Ofen
und leckt sich seine Pfoten.
Die Miez, die sitzt am Fenster
und wäscht sich ihren Spenzer.
Rumpeldipumpel, schnaufeschnauf,
da kommt die Frau die Treppe rauf.
Was bringt die Frau dem Kätzchen?
Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen,
einen Knäul aus grauem Wollenflaus,
der aussieht wie eine kleine Maus.
Was bringt die Frau dem Hündchen?
Ein Halsband, mein Kindchen,
ein Halsband von besondrer Art,
auf welchem steht: Schnauz Schnauzebart.
Ri-ra-rumpeldidaus,
und damit ist die Geschichte aus.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Gedicht : Liebhaber

Liebhaber

Ich wollt’, ich wär’ ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Und kämst du zu anglen,
Ich würde nicht manglen.
Ich wollt’, ich wär’ ein Fisch,
So hurtig und frisch.

Ich wollt’, ich wär’ ein Pferd,
Da wär’ ich dir wert.
O wär’ ich ein Wagen,
Bequem dich zu tragen.
Ich wollt’, ich wär’ ein Pferd,
Da wär’ ich dir wert.

Ich wollt’, ich wäre Gold,
Dir immer im Sold;
Und tätst du was kaufen,
Käm’ ich wieder gelaufen.
Ich wollt’, ich wäre Gold,
Dir immer im Sold.

Ich wollt’, ich wär’ treu,
Mein Liebchen stets neu;
Ich wollt’ mich verheißen,
Wollt’ nimmer verreisen.
Ich wollt’, ich wär’ treu,
Mein Liebchen stets neu.

Ich wollt’, ich wär’ alt
Und runzlig und kalt;
Tätst du mir’s versagen,
Da könnt’ mich’s nicht plagen.
Ich wollt’, ich wär alt
Und runzlig und kalt.

Wär’ ich Affe sogleich,
Voll neckender Streich’;
Hätt’ was dich verdrossen,
So macht’ ich dir Possen.
Wär’ ich Affe sogleich,
Voll neckender Streich’.

Wär’ ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav;
Hätt’ Augen wie’s Lüchschen,
Und Listen wie’s Füchschen.
Wär’ ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav.

Was alles ich wär’,
Das gönnt’ ich dir sehr;
Mit fürstlichen Gaben,
Du solltest mich haben.
Was alles ich wär’,
Das gönnt ich dir sehr.

Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst du bessre besitzen,
So lass dir sie schnitzen.
Ich bin nun, wie ich bin;
So nimm mich nur hin!

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstaggedicht : An die Geliebte

An die Geliebte

Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,
Dann hör ich recht die leisen Atemzüge
Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.

Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinem Mund, ob mich kein Traum betrüge,
Dass nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt?

Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.

Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf ? da lächeln alle Sterne;
Ich knie, ihrem Lichtgesang zu lauschen.

Eduard Mörike 1804 – 1875

Gedichte zum Valentinstag : Ach, wie sehn ich mich nach dir

Ach, wie sehn ich mich nach dir

Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Kleiner Engel! Nur im Traum,
Nur im Traum erscheine mir!
Ob ich da gleich viel erleide,
Bang um dich mit Geistern streite
Und erwachend atme kaum.
Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Ach, wie teuer bist du mir,
Selbst in einem schweren Traum.

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Dein Bildnis wunderselig

Dein Bildnis wunderselig

Dein Bildnis wunderselig
Hab ich im Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich
Mich an zu jeder Stund.

Mein Herz still in sich singet
Ein altes schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget
Und zu dir eilig zieht.

Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Valentinstaggedicht : Begegnung

Begegnung

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut? s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort. Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte -
wenn dieser königliche Mund mich lohnte -
und diese königliche Hand mich krönte -
Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest -
dass ich die Knie dir umfassen möchte -
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!
Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch -
und stand zuletzt mit denen um ihn auf -
und ging hinaus-und sahn uns nimmermehr.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Gedicht : O Mensch! Gib acht ?

O Mensch! Gib acht ?

Was spricht die tiefe Mitternacht?
Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht,
Tief ist ihr Weh -,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
- will tiefe, tiefe Ewigkeit!

Friedrich Nietzsche 1844 – 1900

Valentinstag Gedicht : Zwischen Lied und Liebe

Zwischen Lied und Liebe

Zwischen Lied und Liebe war mein Leben;
Aber, schwebend zwischen Lieb’ und Liede,
Wusst’ ich nie die beiden auszugleichen.
Oftmal sang ich anders als ich liebte,
Anders liebt’ ich oft als ich gesungen.
Nun ich dich gefunden, ist der Zwiespalt
Ausgeglichen, und rein ineinander
Aufgegangen sind mir Lied und Liebe.
Dich nur darf ich, wie ich liebe singen;
Dich nur kann ich, wie ich singe, lieben.
Sollt’ ich je nach andrem Sang, nach andrer
Liebe greifen, wieder unstet schwanken,
Da in deinem Herzen so vereinigt
Sind die beiden Pole meines Lebens?

Friedrich Rückert 1788 – 1866

Gedichte zum Valentinstag : Deine Rosen an der Brust

Deine Rosen an der Brust

Deine Rosen an der Brust
sitz ich unter fremden Menschen,
lass sie reden, lass sie lärmen,
jung Geheimnis tief im Herzen.

Wenn ich einstimm in ihr Lachen
ist’s das Lachen meiner Liebe;
wenn ich ernst dem Nachbar lausche,
lausch ich selig still nach innen.

Einen ganzen langenAbend
muss ich fern dir, Liebster, weilen,
küssend heimlich, ohne Ende,
Deine Rosen an der Brust.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Gedicht : An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden,
Die Stunden in deinen Armen
Sind zeitlos weit.
Ich kenne die Erde nicht mehr,
Wenn ich von dir wieder zur Erde gehe.

Die Straßen so seltsam,
Schwarz, nachtkühl in den Morgenstunden,
Schwülgelb der Laternenschein,
Die Straßen leer, und ich so allein,
Und doch gehen tausend Dinge
Neben mir her.
Meine Schritte klingen,
Und die Augen von tausend Dingen
Sehen nach mir.

Max Dauthendey 1867 – 1918

Valentinstaggedicht : Verständige Liebe

Verständige Liebe

O Liebe, die ich endlich nun erfasst
Und die du mich so ganz ergriffen hast,
Dass ich nur dir, nur dir zu eigen bin,
Nimm mich; nimm mich; ich gebe mich dir hin.

Wer sich mit seinem Sein in dich versenkt,
Dem wird von dir ein besseres geschenkt,
Denn was du von ihm nimmst, gibst du als Glück,
Als Seligkeit ihm tausendfach zurück.

So will ich durch dich und in dir allein
Nur im Beglücken selbst auch glücklich sein,
Will nimmer rasten und will nimmer ruhn,
Nur was du willst, nichts Anderes zu tun.

Jedoch damit ich ja nicht irre geh
Und unter Lieben schwach zu sein versteh,
So gib mir deinen Bruder an die Hand,
Den klugen Lebensführer, den Verstand!

Karl May 1842 – 1912

Gedichte zum Valentinstag : Ziel der Sehnsucht

Ziel der Sehnsucht

Wenn ich durch die Fluren schweife,
Jene suchend her und hin,
Die mich schlug in goldne Reife,
Der ich ganz zu eigen bin:

Welch ein Wünschen, welch ein Wähnen
Hebt die Seele trunken auf;
In die Wolken trägt das Sehnen,
In die Himmel mich hinauf.

Mit dem Vogel möcht’ ich fliegen,
Auf den Sternen möcht’ ich stehn,
Mich auf Windesfittich wiegen,
Brausend über Wipfel gehn!

Bis ich komme zu dem örtchen,
Wo aus Büschen tief heraus
Mit dem beigelehnten Pförtchen
Winkt ihr kleines Hüttenhaus.

Schnell verflogen, schnell zergangen
Sind die Wünsche groß und klein,
Und die Sehnsucht kehrt gefangen
Still ins stille Hüttchen ein.

Friedrich Rückert 1788 – 1866

Valentinstaggedicht : An * *

An * *

Da steht man nun in fremder Stadt allein
mit dem, was man gefehlt und man getan,
und den man liebt, der will nicht bei dir sein
und wandelt eigenwillig eigne Bahn.

Und einer Liebe wunderreicher Hort
bleibt unerschöpft und ewig unerlebt;
ich stehe einsam hier, du einsam dort,
und sind im Tiefsten doch so ganz verwebt.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Gedicht : Anklänge

Anklänge

Hoch über stillen Höhen
Stand in dem Wald ein Haus;
So einsam war’s zu sehen,
Dort übern Wald hinaus.

Ein Mädchen saß darinnen
Bei stiller Abendzeit,
Tät seidne Fäden spinnen
Zu ihrem Hochzeitskleid.

Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Valentinstaggedicht : Bei übersendung eines Vergissmeinnicht

Bei übersendung eines Vergissmeinnicht

Diese Blume, deren blaue Blüte
Deutungsvoll der schönste Name schmückt,
Der als Wunsch mir längst im Herzen glühte,
Hab’ ich einsam heut’ im Tal gepflückt.

Süß umschwebt von Deinem teuern Bilde,
Schien sie würdig zur Gesandtin mir;
Hin in ferne, trennende Gefilde,
Bringe sie den Gruß der Freundschaft Dir.

Ehe sie Dir naht wird sie verbleichen -
Schnell verlöschet ihrer Farbe Licht,
Doch die Bitte möge Dich erreichen,
Die ihr Name zärtlich zu Dir spricht.

Charlotte von Ahlefeld 1781 – 1849

Gedichte zum Valentinstag : Genug oft

Genug oft

Genug oft, dass zwei Menschen sich berühren,
- nicht leiblich, geistig nur – dass sie sich sehn,
dass sie sich einmal gegenüberstehn ?
um sich danach auf immer zu verlieren.

Genug oft, dass ein Lächeln zweier Seelen
vermählt – oh nicht vermählt! Nur dies: sie führt,
so voreinander schweigend und erschüttert,
dass ihnen alle Wort’ und Wünsche fehlen,
und jede, unaussprechlich angerührt,
nur tief vom Zittern der verwandten zittert.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstaggedicht : Du meine Seele

Du meine Seele

Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn?, o du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh?, du bist der Frieden,
Du bist der Himmel mir beschieden.
Dass du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein bessres Ich!

Friedrich Rückert 1788 – 1866

Valentinstaggedicht : An Charlotte von Stein

An Charlotte von Stein

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb.
Wie wären wir verloren?
Ohn Lieb.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb.
Was lässt nicht lange weinen?
Die Lieb.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb.

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Gedicht : Blick um Blick

Blick um Blick

Wenn du dich im Spiegel besiehst,
Denke, dass ich diese Augen küsste,
Und mich mit mir selbst entzweien müsste,
Sobalde du mich fliehst:
Denn da ich nur in diesen Augen lebe,
Du mir gibst, was ich gebe,
So wär ich ganz verloren;
Jetzt bin ich immer wie neugeboren.

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Hier im Wald mit dir zu liegen

Hier im Wald mit dir zu liegen

Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet,
in das Flüstern, in das Rauschen
leise liebe Worte mischend,
öfter aber noch dem Schweigen
lange Küsse zugesellend,
unerschöpflich – unersättlich,
hingegebne, hingenommne,
ineinander aufgelöste,
zeitvergessne, weltvergessne.
Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstaggedicht : Der halbgeküsste Kuss

Der halbgeküsste Kuss

Des halbgeküssten Kusses Feuer
Brennt uns entgegen.
Kalt ist der Abend. Bisweilen laufen wir,
Laufen wir weinend:
Das Ziel kommt nicht näher.

Wir bleiben stehen oft, umarmen uns oft,
Brennen und frösteln zugleich.
Du stösst mich von dir: Mir und auch dir
Voll Blut die Lippen.
Heut gibt?s keine Hochzeit.

Nach vollbrachtem Kuss wären wir so gern
Versöhnt gestorben.
Doch der Kuss muss sein; das verlangt die Glut.
Voll Wehmut flüstern wir:
Morgen. Vielleicht morgen.

Endre Ady 1877 – 1919

Gedichte zum Valentinstag : Deine Küsse

Deine Küsse

Deine Küsse, deine Brüste, deine Arme
Pressen noch lüstewarm meinen Leib.
Dein Blut, dein Fleisch
Ruht noch lüstewarm an mir.
Meine Schritte schallen,
Meine Schritte fallen härter von Stein zu Stein,
Die Erde nimmt mich in ihre Mitte,
Verwundert fällt es mir ein:
Wir lagen draußen im Weltenraum,
Wir beide allein.

Max Dauthendey 1867 – 1918

Valentinstag Gedicht : Der Stern der Liebe

Der Stern der Liebe

Am Himmel steht ein schöner Stern,
Der heißt der Stern der Liebe,
Man sucht ihn auf, man sieht ihn gern,
Und ist?s am Himmel trübe,
Dann missen wir sein schönes Licht,
Denn durch die Wolken scheint er nicht.

Wenn ich zu meinem Mädchen geh?
Im Kühlen und im Dunkeln,
Und dann den Stern der Liebe seh?
Am dunkeln Himmel funkeln,
Dann fühl? ich Liebe, dann ruf? ich:
Komm? Mädchen, komm? und küsse mich!

Dann kommt?s, dann fühlt das Mädchen sich,
Als wenn?s mich küssen müsste;
So zärtlich küsst?s, als wenn es mich
Nur mit der Seele küsste;
Dann wird?s vertraulich, nennt mich du,
Und alle Sternlein sehen zu!

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wisst es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.
Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur dass ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag.

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Gedicht : Leere

Leere

Mein Herz ist leer,
ich liebe dich
nicht mehr.

Erfülle mich!
Ich rufe bitterlich
nach dir.

Im Traume zeig
dich mir
und neig
dich zu mir her!

Erfülle mich
mit dir
auf ewiglich!

Ich trag’s nicht mehr, -
ich liebe dich
zu sehr.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Liebesgeständnis

Liebesgeständnis

Leise hör ich dich rufen
in jedem Flüstern und Wehn.
Auf lauter weißen Stufen,
die meine Wünsche sich schufen,
hör ich dein Zu-mir-gehn.

Jetzt weißt du von dem Gefährten,
und dass er dich liebt … das macht:
Es blühen in seinen Gärten
die lang vom Licht gekehrten
Blüten, blühn über Nacht …

Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Valentinstag Gedicht : Lebensluft

Lebensluft

Freiheit!
Freiheit!
Nur keine Liebe,
die ich nicht will,
nur keine Vogelschlingen
mich Liebender,
nur kein Handauflegen
den leichten Flügeln
der Seele!
Denn alle Liebe
will besitzen,
und ich
will nicht
besessen sein.

Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Gedicht : April

April

Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr?
Denn ihr fragt was gar zu Schönes?
Gar des lieblichsten Getönes;
Und in gleichem Sinne fragt ihr.

Doch ich glaub’ euch zu erfassen:
Hinter dieser Augen Klarheit
Ruht ein Herz in Lieb’ und Wahrheit,
Jetzt sich selber überlassen,

Dem es wohl behagen müsste,
Unter so viel stumpfen, blinden,
Endlich einen Blick zu finden,
Der es auch zu schätzen wüsste.

Und indem ich diese Chiffern
Mich versenke zu studieren,
Lasst euch ebenfalls verführen,
Meine Blicke zu entziffern!

Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Das Ende meiner großen Liebe

Das Ende meiner großen Liebe

Und jede Pore, die einst für dich brannte,
Jeder Gedanke, der dich kosend nannte,
Muss sich in meinem Blute hassend wenden
Und statt der Süße ? Galle nach dir senden.
Doch das ist nicht das Ende.
Das Ende ist, wenn meinen Händen,
Meinen Lippen, meinen Augen
Das schwere, lange Bluten endet,
Und sie nach langem fremdem Schweigen
Sich endlich wieder zu dir neigen
Und sagen können: Freund.
Dann ist das Ende meiner großen Liebe.

Max Dauthendey 1867 – 1918

Gedichte zum Valentinstag : Du bist so schön

Du bist so schön

Du bist so schön,
Ob du sinnst oder lachst,
Dass du zittern machst!
Verzeih der Schwachen,
Weil du so wunderbar und köstlich bist!
Jedwedes Leid wollt ich künftig ertragen
Wär es über ein Glück an deiner Brust gegangen!

Alles Arge wird nur kleinlich sein ?
Hat mich endlich dein Arm umfangen!
Kosend möcht ich meine weichen Wangen
An die deinen legen,
Bis leise suchend Lippe an Lippe haucht
Und dein brennender Mund
In meinen taucht!

Elsa Asenijeff 1867 – 1941

Gedichte zum Valentinstag : Liebes-Lied

Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süsses Lied.

Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Gedichte zum Valentinstag : Ich und Du

Ich und Du

Wir träumten voneinander
Und sind davon erwacht.
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinemTraume,
Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.

Friedrich Hebbel 1813 – 1863

Valentinstag Gedicht : Die schönste aller Locken

Die schönste aller Locken

In stiller, wehmutweicher Abendstunde
Umklingen mich die längst verschollnen Lieder,
Und Tränen fließen von der Wange nieder,
Und Blut entquillt der alten Herzenswunde.

Und wie in eines Zauberspiegels Grunde
Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;
Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,
Und Stille herrscht in ihrer sel’gen Runde.

Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidet
Von ihrem Haupt die schönste aller Locken,
Und gibt sie mir – vor Freud’ bin ich erschrocken!

Mephisto hat die Freude mir verleidet.
Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,
Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.

Heinrich Heine 1797 – 1856





tulpen

Valentinstagsgedichte

Ebenso lange Tradition wie der Valentinstag selbst haben Gedichte, die der oder dem Liebsten als besonderes Zeichen der Zuneigung verfasst werden. Diese besondere Hingabe zueinander hat selbst vor vielen Jahrhunderten schon die Kreativität der Menschen beflügelt. Zu viele Schmetterlinge im Bauch sorgen halt dafür, dass man schon einmal den Boden unter den Füßen verlieren kann. Auch viele der großen deutschsprachigen Dichter wie Rainer Maria Rilke, Johann Wolfgang von Goethe oder Christian Morgenstern waren vor der mystischen Kraft der Sehnsucht nicht gefeit und widmeten ihr einige ihrer Werke.

Bei Goethe ist dies besonders bezeichnend, da er über seine große und bekannte Karriere als Dichter hinaus auch ein kühl kalkulierender Naturwissenschaftler war und nichtsdestotrotz um die Sehnsucht und das Glück wusste, die mit der dem gemeinsamen Beisammenseins zweier Liebender und der diesem innewohnenden Romantik verbunden waren. Dabei waren alle diese Künstler große Meister darin, mit wenigen Worten das auszudrücken, was viele Menschen auf der ganzen Welt auch heute noch fühlen. Die richtigen Worte haben für die meisten Menschen eine tiefe emotionale Bedeutung. So kommt es, dass Gedichte uns in den schönen, aber auch in den weniger schönen Stunden stets begleiten. Der Valentinstag verdient es, als Tag der Liebenden und als besonderer Brauch unserer Kultur mit stimmungsvollen Versen zu etwas Besonderem gemacht zu werden. Lassen Sie sich einfach von den nun folgenden Gedichten bezaubern und inspirieren, um sich selbst davon zu überzeugen.

gedichte-am-valentinstag

Für Freund oder Freundin, aber auch für den Gatten oder die Gattin hat ein schönes Gedicht zum Valentinstag eine ganz besondere Bedeutung. Ob man nur eine individuell gestaltete und romantische Karte verschickt oder auch noch einen liebevoll zusammengestellten Blumenstrauß beilegt – Valentinstagsgedichte sorgen bei allen Geschenken zum Valentinstag für ein angenehmes Kribbeln im Bauch. “Du bist wie eine Blume”, schrieb Heinrich Heine – mit diesen Worten bekommen besonders schöne und duftende Blumen für die beschenkte Dame gleich eine viel tiefere Bedeutung. Aber auch für Paare, die es einfacher mögen, ist eines der Valentinstagsgedichte die ideale Art, seine Zuneigung zu zeigen: Auch ohne schnöden Mammon können diese kleinen Kunstwerke der Literatur in einer SMS verschickt der bei einer sonstigen Gelegenheit als Spruch angebracht werden. Vielleicht lohnt es sich auch, ein Gedicht auswendig zu lernen und es bei einem romantischen Abendessen mit Kniefall aufzusagen, wenn Sie ein Lächeln auf das hübsche Gesicht ihrer Begleiterin zaubern möchten. Valentinstaggedichte lassen sich für vielerlei angenehme Überraschungen und kreative Einfälle benutzen. Der Ideenvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt – angeblich ließen manche Eheleute sich sogar die schönsten Zeilen ihres ersten Valentinsgedichtes in die Eheringe prägen. Auch wenn dies wahrscheinlich nicht für jeden das Richtige ist: Sicherlich wird auch Ihnen etwas einfallen, wie Sie mit einem unserer Gedichte Ihrem Schatz eine Freude machen können.